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Das Mikrofon positionieren – So machst du es richtig!

Mikrofone unterscheiden sich in vielen technischen und akustischen Merkmalen. Es gibt sie in allen Preisklassen. Doch selbst das beste und teuerste Mikrofon liefert am Ende minderwertigere Aufnahmen, die mit Mühe nachbearbeitet oder gar neu eingesprochen werden müssen, wenn die Positionierung und Entfernung zur Schallquelle falsch gewählt wurde. Damit deine Aufnahmen qualitativ hochwertiger werden, solltest du beim Aufstellen des Mikrofones die folgenden Aspekte im Hinterkopf behalten.

Auf die Richtcharakteristik musst du achten

Beginnen wir zuerst mit der Richtcharakteristik. Hierbei handelt es sich im Großen und Ganzen um die Empfindlichkeit des Mikrofons in Bezug zu eintretenden Schallpegeln aus verschiedenen Winkeln der Umgebung. Man unterscheidet zwischen Niere, Superniere, Kugel, Keule und Acht. Es gibt zwar noch weitere Bezeichnungen wie beispielsweise die Hyperniere, die wir allerdings hier außen vorlassen. Während die Kugelcharakteristik weitegehend ungerichtet agiert, weisen die anderen Charakteristiken eine gerichtete Empfindlichkeit in bestimmten Bereichen auf. Doch was hat das nun mit der richtigen Positionierung zu tun? Ganz einfach, basierend auf der vorhanden Richtcharakteristik solltest du dein Mikrofon so zu deinem Mund/Instrument ausrichten, dass du innerhalb des Korridors mit der höchsten Empfindlichkeit liegst. Bei der sehr verbreiteten Nierencharakteristik wäre das frontal in einem Winkel von etwa 30-60° vor dem Mikrofon.

Der richtige Einsprechwinkel

Ebenfalls zu beachten ist neben dem räumlich horizontalen Winkel der vertikale Einsprechwinkel, also die Höhe des Mundes zum Mikrofon. Auch hier unterscheiden sich Mikrofone in Bezug auf die Einsprechrichtung. Grundlegend lässt sich zwischen der Side- und End-Einsprechrichtung differenzieren. Bei der Side-Richtung, die gerne bei Kondensatormikrofonen vorkommt, ist die Membrankapsel zur Seite ausgerichtet, wohingegen bei der End-Variante frontal in Richtung des Korbs gesprochen werden sollte. Um hier die optimale Ausrichtung vornehmen zu können, eignen sich Schwenkarme, Mikrofonstative oder teilweise auch Tischstative. Mehr dazu im Abschnitt Zubehör.

Die Distanz zwischen Mikrofon und Schallquelle

Kommen wir nun zur Entfernung zwischen Mikrofon und Mund/Instrument, die bei der richtigen Positionierung des Mikrofones eine entscheidende Rolle spielt. Zum einen hat die Entfernung natürlich eine Auswirkung auf die Lautstärke und Fülle des Tons, zum anderen kannst du hier hervorragend mit der Wärme und Klangfarbe des Tons spielen. Aus diesem Grund kann man nicht pauschal eine bestimmte Entfernung angeben, die dann allgemeingültig umgesetzt werden kann, auch weil das Mikrofon durch seinen Aufbau und seine Klangkapsel die genannten Eigenschaften beeinflusst. Ein paar Richtwerte sind jedoch möglich, an denen du dich bei der richtigen Platzierung des Mikrofons orientieren kannst.

Möchtest du nun Gesangsaufnahmen machen, versuche einmal den Abstand auf wenige Zentimeter bis eine Handbreite zu reduzieren. Mache mehrere Aufnahmen und verändere dabei deine Entfernung zum Mikrofon um wenige Zentimeter. Danach brauchst du nur deine Aufnahmen vergleichen und die, mit dem schönsten Klang als Entfernungswert auszuwählen.

Im Fall von Sprachaufnahmen kann es je nach gewünschtem Klang erforderlich sein, näher oder weiter vom Mikrofon entfernt zu stehen. Für die erste Positionierung kannst du von Werten zwischen 10-25 cm ausgehen. Aber auch hier sei gesagt, dass sich der Wert eigentlich nicht pauschalisieren lässt. Um tiefere Frequenzen zu betonen und einen warmen Klang zu erzeugen, kannst du dir den Nahsprecheffekt zunutze machen, der bei gerichteten Mikrofonen aufgrund der unterschiedlichen Länge von Frequenzen auftritt. Dies gilt auch für Gesang oder die Aufnahme eines Instruments. In jedem Fall ist aber ein Popschutz eine Investition wert, da er das Mikrofon vor Übersteuerung durch Laute wie P und T schützt.

Da wir nicht jedes Instrument behandeln können, spielen wir das Ganze einmal beispielhaft für die Akustikgitarre durch. Wie schon beim Gesang solltest du verschiedene Aufnahmen in einem Abstand zwischen 10 und 35 cm machen und diese dann in Bezug auf ihren Klang einordnen. Je nach Empfinden sind auch Distanzen von mehr als 35 cm denkbar, insbesondere, wenn du dir keinen ruhigen Song ausgesucht hast. Die Ausrichtung des Mikrofones erfolgt dabei auf das Schallloch der Gitarre.

Nebengeräusche und Raumakustik

Ein Einfluss auf den Klang kann auch durch äußere Faktoren und die Position des Mikrofons im Raum hervorgerufen werden. Wenn du allerdings durch die feste Position deines PCs mit deinem USB-Mikrofon an einen Ort gebunden bist, kannst du diesen Einfluss nur als gegeben hinnehmen und so gut es geht die restlichen Faktoren berücksichtigen. Nebengeräusche durch Straßenlärm können vermieden/vermindert werden, indem du ein wenig Abstand zu Fenstern hältst und das Mikrofon mit seiner Rückseite zum Fenster ausgerichtet wird. Durch die Nierencharakteristik wird so der Einfluss von Schallquellen aus dieser Richtung wenigstens gedämpft und im besten Fall sogar nicht aufgezeichnet. Grundsätzlich ist ein gewisser Abstand zu Wänden wünschenswert, da diese die Schallwellen zurückwerfen. Auch die Raummitte sollte gemieden werden. Positioniere also dein Mikrofon, wenn möglich zwischen Wand und Raummitte mit der Öffnung in Richtung des offenen Zimmers.

Die letzten Nebengeräusche durch Bewegungen und Stöße auf die Auflagefläche wirst du los, indem du eine Mikrofonspinne verwendest. Dieses tolle Spielzeug umschließt dein Mikrofon und dämpft es gegen Stöße jeglicher Art, die wiederum durch Knacken auf der Tonaufnahme sichtbar geworden wären.

Das passende Zubehör

Nun hast du die optimale Position gefunden und bist fast bereit für deine Aufnahmen. Im Folgenden sind nochmals alle sinnvollen Zubehörartikel aufgelistet, die die Positionierung, Ausrichtung deines Mikrofons und den Klang deiner Aufnahmen verbessern können.

Mikrofonstativ, Schwenkarme und Tischstative – für eine optimale Positionierung

Für eine einfach Positionierung und optimale Ausrichtungen sind Mikrofonstative die erste Wahl. Hier ein  paar Vorschläge als Anregung.

Popschutz und Mikrofonspinne – für einen sauberen Klang ohne Nebengeräusche

Um die Nachbearbeitung zu reduzieren, keine Nebengeräusche aufzuzeichnen und einen perfekten klang zu erzielen helfen dir Zubehörkomponenten wie der Popschutz und die Mikrofonspinne.

König & Meyer Ständer für Tischmikrofon

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Fazit – Der kompakte Überblick

Hier noch einmal alle Aspekte kompakt zusammengefasst. Überprüfe zuerst, welche Richtcharakteristik bei deinem Mikrofon vorliegt. Entsprechend dieser Angaben bestimmst du den Bereich der höchsten Empfindlichkeit. Anschließend richtest du das Mikrofon vertikal der vorhandenen Einsprechrichtung aus. Hier unterscheiden wir zwischen Side- und End-Einsprechrichtung. Hilfreich sind hier Stative und Mikrofonarme. Abhängig vom Einsatzgebiet (Sprache/Gesang/Instrument) solltest du die Entfernung zum Mikrofon wählen.

 

  • Gesang: wenige Zentimeter (Handbreite)
  • Sprache: ca. 10-25 cm, abhängig von Wärme und Klang
  • Instrumente: ca. 10-35 cm (oder mehr) mit Ausrichtung auf das Schallloch

 

Im Zimmer sollte das Mikrofon zwischen Wand und Mitte des Raumes stehen. Dabei zeigt die Rückseite, welche bei Nierencharakteristik Schallquellen stark dämpft, zu etwaigen Fenstern. Die Einsprechrichtung ist in den Raum gerichtet. Um Knacken, Übersteuern oder sonstige Nebengeräusche zu vermeiden, empfiehlt sich zusätzlich zum Stativ eine Mikrofonspinne, sowie ein Popschutz zu benutzten. Manchmal hilft es, aber auch den Einsprechwinkel nur leicht anzupassen und so minimal am Mikrofon vorbei zusprechen.